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»Ich lasse Dir mehr zu erobern, als ich selbst bewältigen konnte, die ganze Psychiatrie und die Zustimmung der zivilisierten Welt«, schrieb Freud am 6. März 1910 an C.G. Jung. Beides zu erobern tat sich die Psychoanalyse schon damals schwer. Heute muss sie mehr denn je darum kämpfen, aus beidem nicht verdrängt zu werden. Psychodynamisches Denken stößt in der Psychiatrie zunehmend nicht mehr auf Widerspruch, sondern auf Unkenntnis.
In dieser Situation ist es hilfreich, dass ein Psychiater und Psychoanalytiker mit jahrzehntelanger Erfahrung in der stationären, tagesklinischen und ambulanten Psychosen-Psychotherapie ein Buch über die Psychodynamik der Schizophrenie vorgelegt hat, das für jeden Arzt oder Psychologen gut lesbar ist: nicht zu umfangreich, aber mit vielen klinischen Beispielen.
Prof. Dr. Frank Matakas habilitierte sich nach dem Studium von Medizin, Philosophie und Mathematik im Fach Neuropathologie an der FU Berlin. Er stieg dann aber um und begann eine Weiterbildung zum Facharzt der Psychiatrie in Düren. Während dieser Zeit war er Mitbegründer der Tagesklinik Alteburgerstraße in Köln, deren Chefarzt er später wurde. Die Tagesklinik verbindet die Prinzipien der gemeindenahen Psychiatrie mit einem psychodynamisch-psychotherapeutischen Ansatz. Seit seinem Ausscheiden aus der Klinik arbeitet Matakas in eigener Praxis schwerpunktmäßig mit psychotisch und schwer depressiv erkrankten Patienten. Er ist Autor einiger Bücher und zahlreicher Zeitschriftenartikel, von denen mehrere auch in dieser Zeitschrift erschienen sind.