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Der Beitrag widmet sich dem Konzept der Geschlechtsidentität und seiner Bedeutung für einen psychoanalytischen Zugang zum Thema körperliche Varianten der Geschlechtsentwicklung (VdG). Erläutert werden Terminologie und Klassifikation der unter Intersex/VdG zusammengefassten angeborenen geschlechtlichen Körpervarianten in Abgrenzung zur Transidentität. Unter Bezugnahme auf Honneth lassen sich die Erweiterung des deutschen Personenstandsrechts um neue Geschlechterkategorien und der medizinische Paradigmenwechsel im Umgang mit Intersex/VdG als gesellschaftliche Anerkennungsprozesse lesen. Diese Anerkennungsprozesse sind mit dem psychoanalytischen Prozess vergleichbar: Das aufdeckende Vorgehen hat die Bewusstmachung von Unbewusstem zum Ziel und muss mit Widerständen und unterschiedlichen Abwehrformationen ringen. Die Beschäftigung mit Varianten der Geschlechtsentwicklung wirft viele Fragen auf. Wie verortet sich die Psychoanalyse zur Intersex-Debatte und zur psychotherapeutischen Versorgung bei Intersex/VdG? Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Psychoanalyse durchaus Theorien und Konzepte für ein vertieftes Verständnis von Intersex/VdG bereithält.