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In Krisenzeiten ist es entscheidend, an welchen Figuren wir uns orientieren: an Stimmen, die propagieren, sichere Mittel zur raschen Heilung zu kennen, oder an Figuren, welche die Situation untersuchen und forschend die Wahrheit zu verstehen suchen. Letzteres ist die Grundhaltung, mit welcher Psychoanalytiker ihre Patienten behandeln, wobei sie durchaus auch Erfahrungen mit Versuchungen durch rasche Heilung versprechende Stimmen machen. W. Loch, der erste Inhaber des Lehrstuhls für Psychoanalyse an einer Medizinischen Fakultät nach dem Zweiten Weltkrieg, erläuterte in einem Vortrag vor knapp 50 Jahren die Rollen des Analytikers als Gesetzgeber und Lehrer, Pfleger und Forscher. In ihrer Wolfgang-Loch-Vorlesung würdigt C. Frank diese Rollen, arbeitet am Beispiel einer Ausbildungsanalyse klinische Unterschiede heraus und legt mit Hilfe von Vignetten aus der Corona-Zeit dar, wie diese Rollen aufgrund des heutigen Wissens über frühödipale Verfassungen um eine etwas andere Konzeption ergänzt werden sollten.