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Wahrscheinlich bin ich nicht die Einzige, die sich bei der Lektüre von Texten Melanie Kleins gefragt hat, warum sie häufig so unlebendig und unpersönlich erscheinen. Oder warum sich in ihnen so wenig von der analytischen Kreativität und Genialität ihrer Verfasserin zeigt, von der Spezifität ihrer Gedanken und Handlungen. Auch wenn Vorlesungen als Genre nicht notwendig eine besonders persönliche Schreibweise erwarten lassen, war ich gespannt, Klein in ihren von 1936 stammenden Vorlesungen zur Behandlungstechnik gleichsam selbst sprechen zu hören. Der Text, dessen englisches Original 2017 bei Routledge publiziert wurde, enthält neben den Vorlesungen Protokolle von mehreren Seminaren zur Behandlungstechnik, die Melanie Klein 1958, zwei Jahre vor ihrem Tod, für eine kleine Gruppe jüngerer Analytiker abgehalten hat. Er ist, wie schnell sichtbar wird, von einer starken Editionspraxis bestimmt. Der großen dreißigseitigen Einleitung des Herausgebers John Steiner sind weitere einführende Bemerkungen hinzugefügt, in denen auch die gründlichen redaktionellen Bearbeitungen, etwa die eingefügten und abgeänderten Überschriften, erwähnt werden.
Mit all diesen sorgfältigen Bearbeitungen und Kommentierungen wird dem Leser des mehr als 80 Jahre alten Textes von Anfang an der Blick auf dessen Stellung in der psychoanalytischen Theoriegeschichte geöffnet. Deutlich wird, wie strikt Melanie Kleins Denken und Schreiben unter dem Primat der psychoanalytischen Praxis und Technik steht.