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Die folgenden Überlegungen wurden durch das Heft 1/2020 der Psyche angeregt, das dem Thema »Setting und Frequenz« gewidmet ist. Wenn Setting und Frequenz zu Themen werden, kann man davon ausgehen, dass es nicht um das Standardsetting (hochfrequente Analyse im Liegen) geht, sondern um andere, niederfrequente Behandlungen im Sitzen. Da das sogenannte Standardverfahren als Maß und wünschenswertestes und effizientestes Verfahren gilt, müssen die zur Disposition stehenden Settings sich ihm gegenüber sowohl in ihrer klinischen Sinnhaftigkeit als auch Effizienz behaupten. In der Regel werden die Abweichungen vom Standardverfahren mit Diagnosen, für die diese Settings geeigneter seien, und pragmatisch, mit äußeren Umständen, begründet. Daraus folgt die Frage, ob die psychoanalytische Methode, die mit dem Standardverfahren verknüpft wird, hier noch angewendet werden kann, ob Abstriche gemacht oder andere Parameter eingeführt werden müssen. In den mir bekannten Schriften, die sich mit diesen Themen beschäftigen und das psychoanalytische Arbeiten in den jeweiligen Settings und mit den jeweiligen Patienten unterstreichen, klingt denn auch durchgängig eine Verteidigungshaltung gegenüber dem Maßstab »Psychoanalyse« an. Die Autoren zeigen dabei eine ambivalente Haltung: Einerseits treten sie für die Möglichkeit und Sinnhaftigkeit des psychoanalytischen Vorgehens in niederfrequenten Therapien ein, andererseits
* Bei der Redaktion eingegangen am 14.1.2021.
anerkennen sie unausgesprochen die Überlegenheit der Psychoanalyse.
Zum Beispiel geht Loibner (2020) davon aus, dass ein hochfrequentes Setting wünschenswert wäre, aber die »äußere Realität« manchmal ein einstündiges Setting erfordere (S. 26). Die Begründung für ein niederfrequentes Setting, etwa die äußeren Umstände oder die Diagnose (traumatisiert z.B.), erfolgt im Verteidigungsmodus und nicht aus der Überzeugung heraus, dass für diesen Fall das beste Setting gewählt wurde, wie es zu einer von Döll-Hentschker et al. (2008