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Thomas Müllers Arbeit »Die Aktivierung psychotischer Objekte in Übertragung und Gegenübertragung« (Psyche - Z Psychoanal 75, , S. 40-66. DOI 10.21706/ps-75-1-40) zeigt anschaulich den Gewinn, der sich auch für schwerkranke psychotische Patienten aus einer psychoanalytischen Behandlung ergibt. Sie zeigt aber auch die vielen methodischen Schwierigkeiten, die sich bei einer solchen Behandlung und ihrer Darstellung ergeben. Das hängt u.a. damit zusammen, dass die wissenschaftliche Diskussion dieser Thematik mit dem Siegeszug der neuroleptischen Psychopharmaka abgebrochen ist.
Eine Frage, die sich beim Lesen des Artikels aufdrängt, verdient besondere Beachtung, nämlich welche spezifisch psychoanalytischen Interventionen den Patienten nützlich sind. Dass die wohlwollende Aufmerksamkeit eines Zuhörers einem Menschen mit schweren psychischen Problemen irgendwie hilft, das wird man nicht beweisen müssen, wäre aber ein unspezifischer Effekt, der für die Indikation einer psychoanalytischen Behandlung nicht ausreicht. Müller beantwortet diese Frage sehr klar damit, dass es ihm darum ging, seine Patientin zu verstehen. Das aber ist, wie er in dem Artikel auch zeigt, bei einem psychotischen Menschen nicht gerade einfach.
Müller beschreibt sehr ausführlich die Feindseligkeit der Patientin, besonders ihren Mitbewohnern und Betreuern gegenüber. Voller Hass spricht sie von den wirklichen oder vermeintlichen Benachteiligungen,
* Bei der Redaktion eingegangen am 1.3.2021.
die sie erdulden muss. Müller erkennt darin den psychotischen Charakter ihrer Beziehung zu den Objekten. In diesem Sinne sind die Menschen, auf die sich die Patientin bezieht, psychotische Objekte. Ein Psychiater, wenn er sich in konventionellen Begriffen dazu äußern sollte, würde sagen, dass die Wahrnehmung der Patientin von einer paranoiden Verfassung bestimmt und verfälscht wird.
Müller nimmt die Klagen der Patientin ernst und vermittelt ihr, welche Konsequenzen für ihre Befindlichkeit er darin erkennt. Oberflächlich