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»Sozialarbeit ist eine professionelle Tätigkeit, und was zur Diskussion steht, ist die Motivation in dem begrenzten Bereich der Beziehung des Sozialarbeiters zur Klientensituation. Gewiss kann man sagen, dass Liebe nötig ist; aus Hass ließe diese Arbeit sich nicht machen. Aber der Hass des Sozialarbeiters ist in die Struktur der Beziehung eingeschlossen, in ihre Beschränktheit, ihren Charakter einer bezahlten Tätigkeit etc. Wenn das Wort Liebe gebraucht wird, muss es seine primitivsten Bedeutungen mit umfassen, in denen Liebe roh, erbarmungslos und sogar destruktiv ist. Hass ist nicht abwesend, aber sublimiert. Dies ist meiner Ansicht nach deshalb wichtig, weil die Verbreitung einer sentimentalen Vorstellung von Psychoanalyse, Sozialarbeit oder Elternschaft eine große Gefahr ist.«
In der analytischen Tätigkeit mit Kindern und Jugendlichen verwendet man manchmal den Begriff der »Zumutung« neben dem des »Zutrauens«. Der im Folgenden beschriebene Film ist eine Zumutung an Sinnesreizen und verlangt vom Rezipienten das Zutrauen, eine Darstellung geboten zu bekommen, die zwar die Sinne in heftigen Aufruhr versetzen kann, dafür aber auch nachhaltige Einblicke in die intrapsychischen Welten der Protagonisten gewährt. Der Film erzählt vom Erleben der
* Bei der Redaktion eingegangen am 2.3.2021.
zehnjährigen Benedikta, die sich selbst Benni nennt, weil sie Benedikta »so tussig« findet. Benni ist ein Mädchen, das bereits in mehreren Jugendhilfeeinrichtungen und Wohngruppen gelebt und nirgendwo ihren Platz gefunden hat. Sie »eckt« nicht nur an, sondern ist immer wieder Auslöser für heftige Konflikte mit anderen Kindern und provoziert zugleich bei den betreuenden Pädagogen wiederholt affektive Reaktionen. Da sich Benni in keine Institution einbinden lässt, wird sie umgangssprachlich als »Systemsprenger« eingeordnet. Im Verlauf der filmischen Darstellung wird deutlich, dass Benni aus ihrer Familie »herausgenommen« wurde, weil sie auch dort offenbar nicht i