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Die Psychoanalyse hat in den letzten Jahrzehnten, zumindest in Deutschland, nur noch wenige Auftritte in der Öffentlichkeit verzeichnen dürfen. Einen solchen verschafft ihr nun die Serie In Therapie, eine französische Produktion, die zeitgleich in deutscher Synchronisation erschienen ist, von Éric Toledano und Olivier Nakache (auch bekannt für den Film Ziemlich beste Freunde).1
Die Serie hat insbesondere in der analytischen Welt ein gewisses Echo hervorgerufen. Ein kurzes Streifen des Scheinwerferlichts einer kulturell interessierten Öffentlichkeit, der die Profession aber auch auf den Prüfstand stellt. Wie wird die Psychoanalyse bzw. das psychoanalytische Arbeiten in der Serie dargestellt? Oder aber: die Serie als Gelegenheit, psychoanalytisches Denken mit gesellschaftlichen Fragen zu verbinden, eine Stimme, die in den aktuellen Debatten fehlt. Anders die Situation in Frankreich, wo die Psychoanalyse (noch) ein gewisses Ansehen genießt, an Universitäten selbstverständlich gelehrt wird, am öffentlichen Diskurs und kulturellen Leben teilhat. Zugleich steht die Psychoanalyse auch hier unter zunehmendem Rechtfertigungsdruck und droht, von einer Effizienz- und Ratgeberkultur abgehängt zu werden. Die Serie verspricht, sich des vielleicht innersten Anliegens der Psychoanalyse anzunehmen, nämlich Unbewusstes bewusst, Unverstandenes verständlich zu machen, dem stummen Leiden eine Stimme
* Bei der Redaktion eingegangen am 12.4.2021.
Die Serie startete am 4.2.2021 im Fernsehprogramm von Arte und war in der Mediathek vom 28.1.-27.7.2021 verfügbar.
zu geben: »Anhand der wöchentlichen Therapiesitzungen wirft die Serie einen menschlichen Blick auf die Wunden und Widersprüche einer unter Schock stehenden Gesellschaft.«2 Anders als bei vorhergehenden Produktionen soll das Publikum nicht nur durch den voyeuristischen Wunsch gebunden werden, einen Blick durch das Schlüsselloch in den Therapieraum zu werfen. Die Serie legt mit ihren Protagonisten gleichsam die gesamte traumatisierte G