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»Das Institut hat mich gekränkt. Deshalb will ich nichts mehr mit dem Institut zu tun haben.« Als seit Jahrzehnten in einem analytischen Institut Engagierte konnte ich solchen, auf Nachfrage gegebenen, Begründungen für einen Rückzug bisher wenig Verständnis entgegenbringen. Aber dass sie immer wieder geäußert wurden, hat mich doch ins Grübeln gebracht - bisher ohne Ergebnis. Hier liegt nun ein Buch vor, das solche und ähnliche Haltungen als Auswirkung unseres Umgangs mit latenten unbewussten Konflikten in unseren Instituten zu verstehen hilft.
Sylvia Zwettler-Otte analysiert das Unbehagen in psychoanalytischen Instituten aus verschiedenen Blickwinkeln vor dem Hintergrund umfangreicher Literatur. Ausgehend von Freuds Das Unbehagen in der Kultur unter Einbeziehung weiterer Gedanken aus Jenseits des Lustprinzips und seinen Arbeiten über Leonardo und Moses sowie aus Bions Gruppentheorie erörtert die Autorin die in psychoanalytischen Instituten virulenten Themen wie Fehlleistungen und Ethik, Beziehungen zwischen Einzelnen, Gruppen und Institutionen, Autoritäten und Fortbestehen von Übertragungen sowie Diskussionsverhalten (»Viele Kongresse und keiner hört zu«), und sie wirft einen kurzen - allerdings gegenüber dem sonstigen spannenden Inhalt für mich nicht sehr aussagekräftigen - Blick auf das analytische Institut als Schauplatz der Handlung in Batya Gurs Roman Denn am Sabbath sollst du ruhen.