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Dieser Aufsatz untersucht eines der am wenigsten behandelten Werke im philosophischen Korpus von Theodor W. Adorno, »Der Begriff des Unbewußten in der transzendentalen Seelenlehre«. Der Text, eine zurückgezogene Habilitationsschrift aus den Jahren 1926-27, wird oft als eine Darstellung des philosophischen Systems von Adornos Lehrer Hans Cornelius angesehen, die für Adornos reifes Werk wenig Bedeutung habe. Der Autor behauptet demgegenüber, dass »Der Begriff des Unbewußten« sowohl die historischen Ursprünge als auch die konzeptionellen Grundlagen der Beziehung zwischen Gesellschaft und Psyche, die Adorno im Laufe seiner intellektuellen Karriere theoretisieren sollte, aufschlussreich beleuchtet; die Schrift habe die Bühne für Adornos lebenslange Beschäftigung mit Freud und der Psychoanalyse bereitet. Adorno artikuliere hier eine doppelte Kritik am seinerzeit vorherrschenden neukantianischen und vitalistischen Verständnis des Unbewussten und wende sich Freud zu, um eine angemessenere Darstellung des Unbewussten als Produkt ineinandergreifender psychologischer und sozialer Prozesse zu finden. Dieses dialektische Verständnis der psychosozialen Beziehung entwickelte er dann in zahlreichen Nachkriegsschriften zur Psychoanalyse weiter.