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Leo Löwenthals Studie Falsche Propheten entstand im amerikanischen Exil und wurde 1949 in New York in der von Max Horkheimer und Samuel H. Flowerman herausgegebenen Reihe »Studies in Prejudice« herausgegeben. In der ersten vollständigen deutschsprachigen Ausgabe von 1982 innerhalb des dritten Bands von Löwenthals Schriften schreibt der Herausgeber Helmut Dubiel in einer Nachbemerkung, die Erstausgabe in den Vereinigten Staaten sei »rasch zum Klassiker der politischen Psychologie« avanciert. Wie Löwenthal selbst im Vorwort von 1948 festhält, beruht die auf Anregung von Horkheimer und in Zusammenarbeit mit dem American Jewish Commitee entstandene Studie auf den seit 1940 am Institut für Sozialforschung unternommenen Voruntersuchungen, die er zusammen mit Theodor W. Adorno und Paul W. Massing leitete. Das Vorwort klärt auch über den in ihr zentralen Begriff des Agitators auf: Er bezeichnet gleichsam die Keimform dessen, was in Deutschland »Führer« hieß, sich in den USA aber nicht wie im Nationalsozialismus entwickeln konnte. Es gab »eine Reihe von Individuen, die den Naziführern der zwanziger Jahre in Deutschland verblüffend ähnelten«. So hieß der Untertitel der Originalausgabe auch »A Study of the Techniques of the American Agitator«, während die deutsche Übersetzung eine Verallgemeinerung, die über die USA hinausreichte, suggeriert, die Löwenthal ursprünglich offenbar nicht anstrebte: »Studien zur faschistischen
Agitation«. Es geht ihm konkret um die Analyse der Techniken, um die Bedeutung von Demagogie, die Antriebe und Argumente, deren sich faschistische Agitatoren in den 1940er Jahren in ihren Reden, Flugblättern und Pamphleten bedienten. Die Studie kreist um den psychologischen Gehalt und die Bedeutung des Verhaltens des Agitators, wobei Löwenthal den strategischen und gleichsam dramaturgischen Konzepten auf der Spur ist, mit welchen versucht wurde, die amerikanische Demokratie zu demontieren. Bisweilen greift Löwenthal auch auf psychoanalytische Begriffe zurü