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Der Beitrag aktualisiert das im Umfeld des exilierten Instituts für Sozialforschung in den 1940er Jahren entwickelte Konzept des »autoritären Charakters« für die Diskussion gegenwärtiger gesellschaftlicher Tendenzen und Phänomene, indem er es mit Adornos und Horkheimers Überlegungen zur Kulturindustrie zusammenbringt. Diese Weiterentwicklung scheint notwendig, weil der autoritäre Charakter eine Verfassung angenommen hat, die er sich selbst nicht eingesteht, gerade indem er autoritär sein will. Diese Verfassung muss gegenüber dem vertrauten Konzept des autoritären Charakters, so der Autor, als etwas Neues begriffen werden - etwas, das womöglich die Anziehungskraft rechtspopulistischer Angebote mitbegründet. Allein aus Regressionswünschen in die alte autoritäre Zeit kann sie jedenfalls nicht erklärt werden. Dieses Neue besteht, wie der Beitrag unter Rekurs auf verschiedene Konzepte und Denktraditionen kritischer Theorie ausführt, in der Verschmelzung des autoritären Charakters mit dem kulturindustriellen Charakter.