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Ulrich Kiessling (2020) bedauert in seinem Beitrag, dass Pädagogen durch die neue Ausbildungsordnung aus den psychoanalytischen Einrichtungen verschwinden würden. Dabei handelt es sich um einen Prozess, der jedenfalls bedauernswert ist, doch der Erörterung dieses Problems sind - über das von Doris Fischer & Annegret Wittenberger (2021) in ihrem Kommentar zu Kiesslings Beitrag Angemerkte hinaus - weitere Elemente hinzuzufügen. Denn die grundlegende Neuorganisierung der psychoanalytischen Ausbildung ist eingebunden in ein Netz von Problemstellungen, deren Knotenpunkte sich erst allmählich zeigen werden. Parallel zur Errichtung eines Direktstudiums als Zugang zum Beruf des Psychotherapeuten kann auch ein Zurückdrängen der Psychoanalyse aus anderen Bereichen festgestellt werden, etwa der Pädagogik, und zwar insbesondere aus ihren praktischen Berufsfeldern, etwa der Schulpädagogik.
Die psychoanalytische Pädagogik hatte immer mit einer gewissen Hybridstellung zu kämpfen, wodurch ihr Ansehen sowohl in der Psychoanalyse als auch in der Pädagogik über weite Strecken hinweg gelitten hat. Dennoch gab es in der Geschichte dieser Disziplinen Momente, in denen die Psychoanalyse im gesamtgesellschaftlichen
* Bei der Redaktion eingegangen am 25.5.2021.
Rahmen eine größere Bedeutung erlangen konnte und damit in der psychoanalytischen Pädagogik ebenfalls eine neue Dynamik angestoßen wurde. Zuletzt war dies 1968 der Fall, als der psychoanalytischen Pädagogik im Windschatten einer antiautoritären, emanzipatorischen Pädagogik zu breiterer Rezeption verholfen wurde. Diese Konstellation beruhte zwar auf grundlegenden Missverständnissen der Psychoanalyse gegenüber, hatte jedoch der etwas modischen Verbreiterung keinen Abbruch getan.
Diese Konstellationen, die sich aus der konkreten geschichtlichen Situation ergeben hatten, gehören nunmehr der Vergangenheit an. Die aktuelle historische Konstellation der Psychoanalyse hat wohl am treffendsten Jacques Derrida (1998) zusammengefasst: Wir leben