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Seit 2018 geben Johannes und Michael Reichmayr die auf 19 Bände angelegte Werkausgabe der Schriften Paul Parins (1916-2009) heraus. Paul Parin, seine Frau Goldy Parin-Matthèy und Fritz Morgenthaler erweiterten die Psychoanalyse, indem sie bei ihren Forschungsreisen nach Afrika in den 1960er Jahren das psychoanalytische Gespräch als Methode der Feldforschung einsetzten. Parin war ein ungemein produktiver Schriftsteller: Die Werkausgabe umfasst in drei Abteilungen sowohl sein wissenschaftliches als auch sein literarisches Werk und eine Auswahl seiner Korrespondenz.
In seiner Rezension der ersten vier Werkbände in Luzifer-Amor 33 hat Ludger M. Hermanns die Frage aufgeworfen, warum Parin »auch Jahre nach seinem Tod um so viel populärer [ist] als beispielsweise seine deutschen Kollegen Alexander Mitscherlich und Horst-Eberhard Richter, deren Werk ebenfalls stark sozialpsychologisch ausgerichtet war«. Diese Einschätzung kann ich nicht teilen. Ich bin Mitte der 1980er Jahre geboren und habe den Eindruck, dass Parin in meiner Generation selbst unter den an Psychoanalyse Interessierten kaum bekannt ist. Die Werkausgabe ist insofern keine verzichtbare Würdigung eines ohnehin populären Autors, sondern notwendige Erinnerung.
Als enge Freunde der Parins bringen die Herausgeber die besten Voraussetzungen für diese Aufgabe mit. Die Ausgabe ist schön gestaltet und hervorragend ediert. Dank ihrer Vertrautheit mit Leben und Werk Parins und eigener Archivforschung können Johannes und Michael Reichmayr in ihren Einführungen und Kommentaren neues Licht auf
die bereits bekannten Arbeiten werfen. Darüber hinaus wurden weitere Autoren gewonnen, die in begleitenden Essays einzelne Aspekte des Werks und der Biographie Parins erhellen. Dennoch bleibt Parins eigenes Wort stets im Mittelpunkt.
Im Falle des Bandes Die Jagd. Licence for Sex and Crime wird Parins Wort sogar zum ersten Mal in einer unzensierten Fassung zugänglich gemacht. Wie Michael Reichmayr in seinem Nachwort erläutert, war die