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Alexander Mitscherlichs Erfahrungen im zerstörten Nachkriegsdeutschland schlugen sich in seinem ersten Beitrag zur ersten Ausgabe der Zeitschrift »Psyche« 1947 nieder. Sie waren von der Sorge um die Nachwirkung vormaliger gesellschaftlicher Destruktivkräfte geprägt. Der Beitrag bildet den Ausgangspunkt der langjährigen Erarbeitung einer aggressionstheoretischen Position, die 1976 in »Zwei Arten der Grausamkeit« ihre abschließende Form erhält. Die Autorin zeichnet diese Entwicklung nach, die sich von frühen voranalytischen über ichpsychologische Untersuchungen bis zu psychoanalytisch differenzierten Ausführungen über den Aggressionstrieb erstreckt, bevor sie in die Auffassung vom Primat des nicht libidinös substituierbaren Aggressionstriebs mündet. Auf diesem Primat, der in Triebentmischung und Ichspaltung erkennbar wird, gründet letztlich, so die Autorin, Mitscherlichs pessimistische Haltung zur Entfaltung gesellschaftlicher Destruktionskräfte. Zeitgenössische Auffassungen vom Stellenwert der Aggression seien an dieser Radikalisierung weiterhin kritisch zu messen.