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Bereits 1954 hat Leo Stone den »widening scope of indications for psychoanalysis« diskutiert (Stone 1954) und darauf hingewiesen, dass von Beginn an Menschen mit schwersten psychischen Leiden psychoanalytisch behandelt wurden. Um ihnen wirklich gerecht werden zu können, wurden seither die Theorien zur klinischen Praxis immer wieder revidiert, das psychoanalytische Hören nicht nur durch ein drittes (Reik 1976, S. 165), sondern zusätzlich durch ein viertes Ohr (Küchenhoff 2020, S. 71) bereichert, die innere Arbeit der Psychoanalytiker immer mehr untersucht und die »Antwortregister« (Waldenfels 1994) in der Kur enorm erweitert. Die Grenzfälle heutiger psychotherapeutischer Praxis wie Traumafolgestörungen, Borderlinestörungen, Essstörungen, Psychosomatosen oder Psychosen konfrontieren uns immer neu mit den Grenzen unseres Sprechens und des therapeutischen Gesprächs. Sie lassen ein Grundmuster in ihrer psychischen Struktur erkennen. Was die Menschen, die unsere Grenzen herausfordern, an klinischen Symptomen und Erzählungen mitbringen, scheint dem Verstehen verschlossen und unzugänglich. Erfahrungen zeigen sich dann nicht in psychischen Repräsentanzen, die sich mit Hilfe der Grundregeln wie gewohnt entschlüsseln lassen, sondern bloß als schwer zugängliche Erinnerungsspuren und im Körper oder im Handeln eingeschriebene Zeichen. Aus solchen Einschreibungen bedürfen sie einer differenzierten Übersetzungsarbeit in der therapeutischen Wiederholung in Übertragung und Gegenübertragung. Phänomenologisch finden wir einen Mangel an bewussten Erinnerungen an die traumatischen Verletzungen und beobachten stattdessen eine Fülle körperlicher Symptome und unbewusst inszenierender Handlungsformen. Sie stellen für die klassische psychoanalytische und psychotherapeutische Behandlungstechnik eine erhebliche Barriere dar. Gleichwohl sind sie nirgendwo
sonst zu übersetzen, weshalb wir an dem unvergleichlichen und nicht ersetzbaren Potential psychoanalytischer Therapie festhalten.
In der neu