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Der durch vielfältige Vortrags- und Publikationstätigkeiten auch in Deutschland bekannte Bostoner Psychoanalytiker Howard Levine legt in einer von der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung herausgegebenen Reihe eine Sammlung überarbeiteter Aufsätze und Buchkapitel aus den vergangenen zehn Jahren vor. Trotz des Sammlungscharakters lässt sich das Buch gut von vorne bis hinten ohne unnötige Wiederholungen lesen. Der Titel verspricht, das zentrale Thema der Psychoanalyse, mit Freuds topographischem Modell gesprochen, das Verhältnis von Unbewusstem und Bewusstem in der »talking cure« auf der Höhe der Zeit zu rekonzipieren. Das wird durch die Wahl der Begriffe signalisiert, wobei die Wahl von Repräsentation statt des in der Psychoanalyse geläufigeren Terminus des »Symbols« einen französischen Einschlag verspricht.
In der Tat zieht sich eine Tradition einer, so würde ich sagen: kognitiv-linguistischen Umformulierung der Trieb-Wille-Dichotomie des Freud’schen Modells der Psyche aus der Traumdeutung seit den 1930er Jahren durch die Psychoanalyse. Sie begann vielleicht 1930 mit Melanie Kleins Aufsatz zu dem im engeren Sinne autistisch anmutenden Kind Dick, in dem sie den Terminus »Symbol« umwidmet. Freud hatte damit eine aus neurotischer Kompromissbildung qua Verdichtung oder Verschiebung hervorgehende Lebensäußerung - das Symptom - bezeichnet, die metaphorisch oder metonymisch auf den gemeinten Wunsch oder Konflikt verweist. Klein stellte die psychoanalytische Begrifflichkeit auf den Kopf, indem sie aus dem neurotischen Symbol eine normale,
reife Fähigkeit zur Symbolverwendung machte (ganz im Sinne bspw. Piagets), die dem autistischen Dick wesentlich abging. Zuvor hatte Freud 1915 ein linguistisches Modell des Bewusstwerdens durch das Zusammenkommen einer Ding- mit einer Wortvorstellung vorgelegt. Den schizophrenen Konkretismus fasste Freud als Überwiegen der Wort- über die Sachvorstellung, was Hannah Segal dann 1957 kurzerhand als ein Zusammenfallen beider konzip