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Dass Menschen, die an einer psychotischen Störung leiden, mit den Mitteln einer Psychotherapie behandelt werden können und behandelt werden sollten, ist mittlerweile eine anerkannte Forderung, die auch von den Krankenversicherungen in Deutschland akzeptiert wird. Gleichwohl haben es Menschen, die eine Psychose durchgemacht haben oder langfristig mit ihr umgehen müssen, nach wie vor nicht leicht, gerade auch im ambulanten Bereich einen Platz zu finden. Dies ist die erste Diskrepanz, die sich zwischen Anspruch und Wirklichkeit auftut.
Mittlerweile scheint auch klar zu sein, dass kein therapeutisches Verfahren, sei es biologisch, sei es psychotherapeutisch oder sozial-rehabilitativ,
allein ausreicht, um dem an einer psychotischen Störung leidenden Menschen gerecht zu werden. Dies gilt auch für die verschiedenen psychotherapeutischen Angebote selbst. Es kann nicht darum gehen, die Verfahren gegeneinander auszuspielen, sondern im Interesse des Patienten alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu nutzen. Hier aber tut sich die zweite Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf. Selbst die Leitlinien zur Behandlung der Schizophrenie aus dem Jahre 2019 (siehe: ; letzter Zugriff 2.5.2022) bleiben einseitig; mit dem höchsten Empfehlungsgrad wird dort allein Verhaltenstherapie gefordert. Zu den psychodynamischen Verfahren heißt es bloß, sie könnten zur Verbesserung des globalen Funktionsniveaus angeboten werden - ohne jede nachdrückliche Empfehlung.
Eine dritte Diskrepanz soll noch erwähnt werden: Eine Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit tut sich auch für den einzelnen Therapeuten auf, der den Wunsch hat, Menschen, die psychotisch erleben, zu behandeln, es aber nie gelernt hat, weil die Ausbildungen in der Regel wenig Hilfestellungen geben.
Das hier zu besprechende Buch antwortet auf die von mir beschriebenen Dilemmata. Und es ist sicher kein Z