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In seinem Aufsatz möchte Michael Diamond »die Dissoziation, die Spaltung und die Verdrängung in zeitgenössischen pluralistischen Ansätzen zur Psychoanalyse […] versöhnen« (S. 2), indem er die Dissoziation in der analytischen Beziehung mit unter massiven frühen Traumata leidenden Patienten reflektiert, bei denen die Dissoziation »Verbindungen [attackiert] und Symbolisierungen [zerreißt]« (S. 2). Er möchte Gräben überwinden und »Brücken zwischen künstlich getrennten Teilen des theoretischen (und technischen) Verständnisses« bauen (S. 9).
Sein Interesse scheint zeitgemäß zu sein, da es die Dissoziation thematisiert - einen Bereich, den ich für die Entwicklung der gegenwärtigen Psychoanalyse für ganz entscheidend halte. Ich schätze seinen Beitrag sehr, möchte aber zugleich eine Auffassung zum Ausdruck bringen, die seine Gedanken ergänzt und die dem Leser die Möglichkeit eröffnen könnte, diesen Untersuchungsbereich von verschiedenen Gesichtspunkten aus zu betrachten. Während Diamond höher entwickeltere Dynamiken bevorzugt, möchte ich meinerseits das Augenmerk -
* Der vorliegende Beitrag kommentiert Michael J. Diamonds Beitrag »Die Wiederkehr des Verdrängten. Dissoziation und Psychoanalyse der traumatisierten Psyche neu betrachtet« im vorliegenden Heft. Der Kommentar erschien zuerst unter dem Titel »Focusing on the Patient's Body-Mind Relationship in the Treatment of Severe Dissociation: Commentary on Diamond« in: Journal of the American Psychoanalytical Association 68(5)/2020, S. 875-887 (DOI ).
Bei der Redaktion eingegangen am 8.11.2021.
in Übereinstimmung mit meiner Forschung zur Beziehung von Körper und Psyche - auf archaischere Phänomene richten (vgl. etwa Lombardi 2018b).
Diamond betrachtet die Dissoziation auf der Ebene eines Prozesses des Durcharbeitens, in dem die Denkfähigkeit des Patienten als im Wesentlichen intakt angesehen wird - indem er etwa voraussetzt, dass die Psyche des Patienten gewisse Verbindungen attackiert, was zu Dissoziation