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Dieses hochkomprimierte Lehrbuch hat sich vorgenommen, ein »Mittel gegen die Geschichtsvergessenheit« im Bereich der Psychotherapie zu sein. Die vier Herausgeber, Universitätsprofessoren und Vertreter ihrer jeweiligen psychotherapeutischen Verfahren, möchten anlässlich des Inkrafttretens des neuen Studiengangs »Psychotherapie« einen Überblick über die Kernkonzepte und die historischen Quellen der vier Schulen der Psychodynamischen Psychotherapie, der Verhaltenstherapie, der Humanistischen Psychotherapie und der Systemischen Therapie geben.
Hintergrund dieses Wunsches ist die Tatsache, dass es im Bereich der Psychotherapie immer wieder dazu kommt, »Altbekanntes […] neu zu erfinden und mit Bezug auf neue Autoren zu propagieren bzw. zu vermarkten« (S. 13). Das geschieht innerhalb der Unterströmungen der einzelnen Verfahren und zwischen den verschiedenen Verfahren. Dabei geht es nicht nur um Herrschaftsdiskurse und Marktinteressen, sondern auch um schmerzhafte Verluste von Erfahrungswissen und langjährigen Theorie- und Praxisentwicklungen, da mit der angeblichen Neufindung oft eine Einbuße an Komplexität und Differenziertheit einhergeht.
Es kann den Herausgebern der vier konkurrierenden Psychotherapieverfahren nicht hoch genug angerechnet werden, sich dieser herausfordernden Aufgabe und dieser Selbstreflexion gestellt zu haben. Ihr Lehrbuch, das diesen Namen wirklich verdient, wird den ersten Studenten
des neuen Fachs »Psychotherapie« viele der sicherlich schnell aufkommenden Fragen beantworten helfen. Aber auch den »alten Hasen« der einzelnen Verfahren kann dieses Buch ein Augenöffner sein. Die meisten Psychoanalytiker sind so mit ihrem eigenen Verfahren identifiziert, dass sie »die anderen« nur aus den Augenwinkeln beobachten und gerade noch registrieren, wenn wieder einmal eines unserer Konzepte von einem der anderen Verfahren einverleibt worden ist, ärgerlicherweise natürlich ohne Nennung der Quelle und unter einem anderen Namen. Wenn es uns selbst passiert, dass wi