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Freud (1905d, S. 31) kennzeichnete die Triebtheorie als das »an die Biologie angrenzende Stück« der Psychoanalyse. Es ist das Niemandsland entlang dieser Grenze zwischen dem Reich des Triebhaften und dem Gebiet des Biologischen, in dem Psychoanalytiker, Freud selbst inbegriffen, immer wieder in die Irre gehen. So lautet die zentrale These von Jean Laplanches Buch Le fourvoiement biologisant de la sexualité chez Freud, das nun unter dem Titel Ein biologistischer Irrweg in Freuds Sexualtheorie in der Übersetzung von Bettina Lindorfer auch auf Deutsch vorliegt.
Der im Psychosozial-Verlag erschienene Band eröffnet die Gesamtübersetzung der von Laplanche zwischen 1970 und 1992 an der Sorbonne (Université Paris VII) gehaltenen und von ihm unter dem Titel Problématiques - »Problemstellungen« - in sieben Bänden zusammengestellten Vorlesungen. Laplanche setzte sich in diesen sieben Vorlesungszyklen jeweils mit einer für die Psychoanalyse grundlegenden Problematik auseinander. Nach den Themen Angst, Kastration, Sublimierung, Unbewusstes, Übertragung und Nachträglichkeit1 bildet die im Wintersemester 1991/92 gehaltene Vorlesung zum biologistischen Irrweg den Abschluss der Problématiques. Kurz vor dem Ende seiner akademischen Lehrtätigkeit kommt der 67-jährige Laplanche hier noch einmal auf eine Schwierigkeit zurück, die ihm seit seinem zusammen
* Laplanche, J. (2021 [1993]): Ein biologistischer Irrweg in Freuds Sexualtheorie. Übers. B. Lindorfer. Gießen (Psychosozial-Verlag). 135 Seiten, € 24,90.
Bei der Redaktion eingegangen am 31.8.2021.
Mittlerweile ist auch die Vorlesung zur Nachträglichkeit aus dem Wintersemester 1989/90 in deutscher Übersetzung erschienen (Laplanche 2022 [2006]).
mit Jean-Bertrand Pontalis verfassten Dauerbestseller Vokabular der Psychoanalyse immer wieder zu schaffen machte: Es geht um das Konzept der Anlehnung; darum also, wie die beiden Territorien entlang der eingangs genannten Grenzlinie aneinanderstoßen.
Mit der Gedankenfigur der Anlehnung versuchte F