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Das vorliegende Buch ist der dritte Band mit Arbeiten von Hermann Beland zur Psychoanalyse, angereichert mit theologischen, philosophischen, literarischen und politischen Erkenntnissen. Belands Hauptinteresse gilt den unbewussten Überzeugungen, die die Psychen und ihre sozialen Gruppen beherrschen und die zu verstehen ihm vor allem mithilfe der Theorien Wilfred Bions gelingt. So ist es wohl kein Zufall, dass Bions Begriff der »namenlosen Angst« hier auch im Titel erscheint. Psychoanalyse als Beruf ist für Beland die Ausübung der »Alpha-Funktion«. Das von der Alpha-Funktion geprägte Zuhören muss leidenschaftlich, nämlich intuitiv, warm und intensiv sein, um es mit der »nameless dread« aufnehmen zu können. Um der Angst zu begegnen, braucht es Mut, Mut zum Aushalten der Angst und der Getrenntheit, was dem Herdentier Mensch, das nach Gemeinschaft verlange, schwerfalle. Bei ausgehaltener Getrenntheit (Abstinenz) bekomme die Alpha-Funktion den nötigen Freiraum für das Verstehen.
Beland eröffnet diesen dritten Band seiner Arbeiten mit einem Thema, das er auch schon im zweiten Band behandelt hatte: der analytischen Affekttheorie, die er nun »Affektgesetz« nennt. Das Affektgesetz besagt, dass es keine falschen Gefühle gibt, sondern Gefühle immer »richtig« auf ein überwiegend unbewusstes Urteil reagieren und dieses abbilden. Dies gelte bis hin zu extrem malignen Vorurteilen,
deren Realitätsverzerrungen pathologisch entgrenzte Hassgefühle hervorbringen, wie etwa beim Rassismus. Beland fragt sich, ob es bei Gruppen, die von solchen Vorurteilen beherrscht werden, überhaupt je so etwas wie das Wirksamwerden einer Alpha-Funktion geben kann, vermutet aber auch, dass diese in einer Art »Prophetenfunktion« - Propheten als Sprecher der Traumarbeit von Großgruppen - auftauchen kann. In seinen Kommentaren zu Segals und Meltzers Büchern über den Traum wird die Weiterentwicklung der Freud’schen Traumtheorie deutlich: von der Wunscherfüllung über die Symbolisierung zur erkenntnisbildende