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Paul B. Preciado ist ein spanischer Autor, Philosoph und politischer Aktivist mit einem Schuss ins Schrille. Einmal habe ich ihn als Festredner des »Champ Freudien« in Paris erlebt, wo er mehr als 3000 lacanianische Psychoanalytiker vom Veralten der ödipalen Psychoanalyse mit dem Ausruf zu überzeugen versuchte: »Ich, ein Monster wie aus Kafkas Verwandlung, sage Ihnen, dass es mit der phallogozentristischen Sexualität vorbei ist, dass sie sich aufgrund der kulturellen Veränderungen längst aufgelöst, pluralisiert hat.« Die französische Psychoanalytikerin Élisabeth Roudinesco, ebenfalls Zeugin des Auftritts und Rezensentin des dann veröffentlichten entsprechenden Manifests (Le Monde, 12.6.2020), zeigte sich davon wenig überzeugt.
Die vorliegende Sammlung von etwas weiter zurückliegenden Zeitungskolumnen aus den Jahren 2013 bis 2018, die an zahlreichen weitverstreuten Orten geschrieben wurden - in Paris, Barcelona, Athen, Beirut, New York, Zürich, Tokio u.a. -, dokumentiert zunächst ein leidenschaftliches Nomadentum, das biographisches, politisches und denkerisch-geistiges Programm in einem ist. Auf den verschiedensten sexuellen, genderbezogenen und politischen Feldern wird proklamiert, dass einzig die Abkehr von verfestigten Identitätspositionen und die Bereitschaft, radikal neu zu denken, die heutige Welt noch »retten« könne. In Testo Junkie von 2001, einem Buch, das in »queeren« Kreisen einschlug wie eine Bombe, legte der Autor bereits dar, wie eine solche Abkehr in der Praxis aussehen könne. Damals nahm sich das als ein Mix von Theoriebruchstücken (»theoretischen Molekülen«) und politischen Erfahrungen aus und bestand nicht zuletzt in einer realen Erfahrung
»am eigenen Leibe«, d.h. in den berührenden bis erschreckenden Schilderungen der ersten Schritte einer Geschlechtsumwandlung.
Diese Geschlechtsumwandlung hat der Autor in der Zwischenzeit weiter vorangetrieben, so dass der vorliegende Band nun im Grunde von zwei Autoren geschrieben ist: einem, der den Namen Beat