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Vor 50 Jahren erschien die bis heute überaus erfolgreich verkaufte Taschenbuchausgabe des von Emma Moersch ins Deutsche übertragenen Vokabulars der Psychoanalyse von Jean Laplanche und Jean-Bertrand Pontalis.1 Noch 2019 erfuhr sie bei Suhrkamp ihre 21. Auflage. Weltweit gilt das Buch als ein Standardwerk der Psychoanalyse, das seit seiner Erstausgabe 1967 in Paris in über 17 Sprachen übersetzt wurde. Mittlerweile gibt es viele lexikalische Kompendien der psychoanalytischen Theorie, die deren verschiedene Entwicklungen wiedergeben, aber keine alphabetisch geordnete Übersicht der Grundbegriffe der Psychoanalyse konnte diese enorme Resonanz erreichen. Wer als deutschsprachiger Leser sein psychoanalytisches Denken in Freuds Theorie begrifflich verankern möchte und in dessen im deutschen Sprach- und Kulturraum entwickelten Gesamtwerk eine zuverlässige Orientierung sucht, wird immer wieder auf das Vokabular zurückgreifen. Damit stützt er sich allerdings auf eine Freud-Rezeption, die im französischen Sprach-, Kultur- und Denkraum herangewachsen ist. So unendlich vielfältig und gegensätzlich dieser ist (was wir aus deutscher Sicht gerne vergessen), so sehr ist die »Rückkehr zu Freud« von Laplanche und
* Bei der Redaktion eingegangen am 5.12.2022.
Der Autor dankt dem Literaturarchiv Marbach für die Gewährung des Zugangs zu dem dort untergebrachten Suhrkamp-Archiv und der Zusendung eines Konvoluts, das neben Briefwechseln aus der Entstehungszeit der deutschen Übersetzung des Vokabulars Rezensionen zu seinem Erscheinen umfasst. Die Rekonstruktion der zeitlichen Abfolgen sowie wörtliche Zitate sind diesem Archivmaterial entnommen.
Pontalis in ihrer Suche nach einer Klärung seiner zentralen Begriffe im intellektuellen Milieu Frankreichs verwurzelt.
Dabei hatte sich in den 1930er Jahren in Wien bereits Richard Sterba daran gemacht, ein Handwörterbuch der Psychoanalyse zu erstellen, von dem ein erster Teil 1936 im Internationalen Psychoanalytischen Verlag erschien. Dieser Psychoana