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In der täglichen klinischen Praxis sind Psychoanalytiker häufig damit konfrontiert, Zweifel und Ungewissheit ertragen zu müssen. Die Verwicklungen im Übertragungs-Gegenübertragungs-Geschehen erschweren oft die Bezugnahme auf theoretische Überlegungen als entlastendem Dritten. Andererseits kann es, wie Wilfred Bion in seinem kritischen Kommentar zu Second Thoughts (2013 [1967]) schreibt, fatal werden, »wenn die voreilige Anwendung einer Theorie zur Gewohnheit wird und einen Schirm zwischen den Psychoanalytiker und die intuitive Wahrnehmung neuen und somit unbekannten Materials schiebt« (S. 144).
Während der letzten Jahrzehnte hat sich die Behandlungstechnik erheblich verändert, nicht zuletzt durch den Einfluss Bions, und somit hat sich auch die Gruppe der Patienten erweitert, die mit psychoanalytischen Behandlungsmethoden erreichbar ist. Die Bandbreite der behandlungsbedürftigen Patienten fordert ihre Analytiker nicht nur klinisch heraus, sondern hat auch die Entwicklung neuer Zugangswege nötig und möglich gemacht.
Im vorliegenden Doppelheft geht es um gegenwärtig diskutierte Konzepte der psychoanalytischen Therapie, um das Handwerkszeug, die Instrumente, klinischen Erkenntniswege, Facetten der analytischen Haltung. Wir fokussieren auf den Bereich der klinischen Theorie und Behandlungstechnik und damit auf Theorien mittlerer Reichweite, in denen sich aus unserer Sicht das jeweilige metapsychologische Koordinatensystem und die konkreten Erfahrungen der Praxis treffen. Deshalb haben wir die Autoren dieses Doppelhefts gebeten, ihre Themen anhand von klinischen Beispielen als angewandte und »erlebte« Konzepte zu diskutieren und zu entwickeln.
D. W. Winnicott (1952) schrieb in einem Brief an Roger Money-Kyrle: