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Ausgehend von einem kurzem Blick in die Geschichte des Einfühlungskonzepts betrachtet der Beitrag zunächst dessen begriffliche Entwicklung in der Psychoanalyse. Empathie, so die These, sei als moderne Konzeption von Einfühlung unter dem Einfluss der Nachbarwissenschaften zu einem verkörperlichten Zugang für ich-syntone Anteile im anderen geworden. Vorgeschlagen wird, Empathie um psychoanalytische Verstehenselemente zu erweitern, um auch einen Zugang zum Unbewussten, Verdrängten, dem Ich Fremden zu finden, und dazu zum klassischen Begriff der Einfühlung zurückzukehren. Unter Rückgriff auf Waldenfels’ Phänomenologie des Fremden und das von der Kleinkindforschung herausgearbeitete affektiv-kognitive Gedächtnissystem wird Einfühlung als kreative Antwort auf ein pathisches Ereignis im unmittelbaren Kontakt zum anderen spezifiziert. Dabei kann auch zwischenkörperlich gewonnenes Verstehen nach der hier vertretenen Auffassung immer nur subjektiv sein und seine transformative Kraft vor allem im korrigierenden Dialog entfalten.