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»To bear witness« ist eine Wortverbindung, die nicht in vollem Umfang ins Deutsche oder Französische zu übertragen ist. Im Deutschen wird sie mit »bezeugen« und im Französischen mit »témoigner« übersetzt. Beide Sprachen vermeiden das Wort »ertragen« und berufen sich lediglich auf den Prozess des Zeugens, des Bezeugens einer Tat oder eines Sachverhalts. Im Gegenspiel erlaubt die deutsche Sprache allerdings die Doppeldeutigkeit des Kreativen, des Schöpfens, wohingegen die französische Sprache sich nur auf die Funktion des Bezeugens beschränkt. Die Idee allerdings, dass die Zeugenschaft einen schmerzvollen Prozess miteinschließt und die Zeugenschaft nicht nur ein Prozess des Registrierens ist, wird besonders in der englischen Sprache hervorgehoben. Zudem beruft sich der Ausdruck »to bear witness« auf den »wit«, was einst die gleiche Bedeutung wie - das im Deutschen (nicht ganz präzise) mit »Geist« übersetzte - »mind« hatte.1 Somit wird im Englischen auch an die Tatsache appelliert, dass die Zeugenschaft eng mit dem Geist verbunden ist. Indem sich der Zeuge auf ein traumatisches Ereignis einlässt
* Bei der Redaktion eingegangen am 15.2.2022.
Im englischen Lexikon wird »wit« wie folgt definiert: »»Wit« primarily meant mind; and now denotes the power for seizing on some thought or occurrence, and by a sudden turn, presenting it under aspects wholly new and unexpected - apparently natural and admissible, if not perfectly just, and bearing on the subject, or the parties concerned, with a laughable keenness and force« (, letzter Zugriff 21.4.2023). Der englische Lexikograph Samuel Johnson definierte »wit« als »the powers of mind, the mental faculties, the intellects and the quickness of fancy«. Vgl. Johnson (1755).
und dem traumatisierten Sprecher zuhört, riskiert er »to lose his wits«, seinen Verstand zu verlieren. Vielleicht ist es zum Teil der Elastizität der englischen Sprache zu verdanken, dass sich gerade amerikanische Psychoanalytiker mit dem