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Paul Parin (1916-2009), der Schweizer Psychoanalytiker und Pionier der Ethnopsychoanalyse im deutschsprachigen Raum, ist Lesern der Psyche bestens bekannt. Zwischen 1958 und 2005 hat er hier eine Fülle von Aufsätzen, Glossen und Rezensionen zur Ethnopsychoanalyse und zur Gesellschaftskritik veröffentlicht, seit 1966 zählte er zu ihrem ständigen Editorial Board. Nun ist im Rahmen einer von Johannes und Michael Reichmayr herausgegebenen Ausgabe der Werke von Paul Parin dessen weitläufige Korrespondenz mit Kollegen, Ethnologen und transkulturellen Psychiatern erschienen. Aus über tausend Briefen hat die Bandbearbeiterin Christine Korischek aus dem noch nicht vollständig erschlossenen Nachlass 178 Briefe von Paul Parin und 97 Briefe von über 30 seiner zahlreichen Korrespondenzpartner ausgewählt, darunter Werner Muensterberger, L. Bryce Boyer, Georges Devereux, René A. Spitz, Paula Heimann und Kurt R. Eissler. Die Lektüre dieser Briefwechsel wird für jeden, der die Entwicklung der deutschsprachigen Psychoanalyse, ihre Anwendung auf Nachbardisziplinen und ihre Rezeption in der Öffentlichkeit über Jahre hinweg beobachtet und manche ihrer Akteure persönlich kennengelernt hat, zu einem wundersam bewegenden Ereignis.
Parins internationale Korrespondenz mit Kollegen zeichnet ein facettenreiches Bild der Geschichte der Psychoanalyse aus Schweizer Perspektive. Die ältesten Briefe entstammen der frühen Nachkriegszeit. So ist beispielsweise einer Postkarte von Oskar Pfister (1873-1956) zu entnehmen, dass dieser noch um 1950 Patienten auf eine Art behandelte,
wie sie Sigmund Freud zur Zeit der Studien über Hysterie empfohlen hatte (S. 283). Finanziell unterstützt durch einen Fonds der René A. Spitz-Stiftung − das geht aus Parins Briefwechsel mit Spitz hervor (S. 294) − konnte das Psychoanalytische Seminar Zürich Anfang der 1970er Jahre auswärtige Kollegen wie Paula Heimann, Heinz Kohut, Joseph Sandler und Edith Ludowyk-Gyömröi zu Vorträgen und Workshops einladen, mithin eine stä