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Dieses schöne kleine Werk füllt eine große Lücke. In der psychoanalytischen Welt glaubt man fälschlich meist, empirische Forschung - Sebastian Leikert trivialisiert zu hart zu »Mittelwert und Standardabweichung« - ablehnen zu können. Und der Ruf, das Unbewusste sei doch mit diesen Mitteln »so nicht!« zu begreifen, folgt meist - in überheblicher Unkenntnis. In diesem Buch sieht man, dass es längst subtile Methoden gibt, um die Psychoanalyse mit non-positivistischer Empirie - wie sie täglich in therapeutischer Konversation, hier in Kunst und Musik begegnet - zu bereichern. In diese Methoden bekommt man hier Einblick - mit erheblichem Gewinn. Der alte Gegensatz von hier (guter) Hermeneutik, dort (bösem) Positivismus ist längst out of date und dokumentiert ein Denken in Spaltungen. Dass für dessen Überwindung
wunderbare Beispiele aus Psychoanalyse und Musik versammelt sind, überrascht und ist Grund zur Freude.
Stark wird dieser Einfluss im Beitrag von Aleksandar Dimitrijević, der an biographischen Details von Heinz Kohut zeigt, wie dieser die Selbstpsychologie nicht hätte entwickeln können, ohne eine tiefe Leidenschaft für die Musik schon aus Kindertagen mitzubringen. Dimitrijević wundert sich zu Recht über Freuds ablehnende Haltung der Musik gegenüber. Im Gegensatz dazu kann er zeigen, dass Kohuts Liebe zur Musik sein Verständnis von Empathie beeinflusste, das wiederum an die Idee einer Resonanz gebunden ist, die von der Selbstpsychologie ausgehend in relationales Denken umgewandelt wurde. Musik (des Sprechens), so muss man klar folgern, ist relevant für die therapeutische Beziehung; sie öffnet eine wichtige Dimension der Zwei-Personen-Psychologie.
Biographische Ansätze, die ja auch in der Verbindung von Literatur und Psychoanalyse genutzt werden - Leikert sieht in der Literatur insgesamt einen starken Vorläufer der Psychoanalyse - werden auch von anderen Beiträgen erörtert. Wolfgang Mastnak, der in Peking das Forschungszentrum für künstlerische Therapien leitet, in