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Rassismus wird in Deutschland häufig auf eine rechtsextremistische Ideologie und/oder die nationalsozialistische Vergangenheit reduziert. Kritische Studien und Stimmen betonen jedoch immer wieder, dass Rassismus ein strukturelles Phänomen ist, das auf alle Bereiche der Gesellschaft Auswirkungen hat, auch wenn diese Auswirkungen unterschiedliche Formen und Intensitäten annehmen können. Daher sollte man Rassismus nicht nur in explizit faschistischen Äußerungen oder Handlungen bestimmter Milieus, Bewegungen oder Parteien suchen, sondern auch in der sogenannten demokratischen Mitte der Gesellschaft. Rassismus durchzieht alle gesellschaftlichen Strukturen und wirkt sowohl im wirtschaftlichen, politischen und medialen Feld als auch im medizinischen oder psychotherapeutischen Sektor. Eine Aufdeckung und Auseinandersetzung mit den rassistischen Aspekten und Elementen in verschiedenen gesellschaftlichen Strukturen ist nicht nur eine Aufgabe des Antirassismus, sondern fördert auch die Demokratisierung und eine gesunde Entwicklung dieser Strukturen. In ähnlicher Weise ist die Auseinandersetzung mit dem Konstrukt von »Rasse« und dessen Auswirkungen in der Psychoanalyse nicht nur aus ethischen und politischen Gründen notwendig, sondern auch aus fachlicher Perspektive erforderlich.