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Über Rassismus zu sprechen1, kann unbewusst verführen, Rassismus im Anderen zu verorten und sich innerer rassistischer Objekte auf diese Weise zu entledigen. Arslan & Ackermann-Arslan versuchen in ihrem Kommentar zu zeigen, an welchen Stellen in meinen Texten mich mein Weißes Sprechen begrenzt, behindert und sogar Rassismus reproduzieren lässt. Dies sind zweifellos wichtige Beobachtungen. Darüber hinaus scheint hinter der Kritik von Arslan & Ackermann-Arslan die nachvollziehbare tiefe Sorge zu stehen, dass Weiße Psychoanalytikerinnen wie ich das Thema »Race« und Rassismus aufgreifen, aber auch leichterdings wieder fallenlassen können - was mit dem zentralen Privileg von »Weißsein« verbunden ist.
Arslan & Ackermann-Arslan machen in dem von mir beschriebenen Fallmaterial Spuren eines heimlichen »Weißen Rassenvertrags« aus. An anderer Stelle hat Charles Mills, auf den sie sich hier beziehen, den Begriff des »Weißen Nichtwissens« (2021 [2007]; im Original: »White Ignorance«) eingeführt. Mills bezeichnet damit, ähnlich wie bei männlichem Nichtwissen, sowohl falsche Überzeugungen als auch die
* Replik auf & (2024): »Kritisches Weißsein« in der deutschen Psychoanalyse. Ein Kommentar zu Sylvia Schulzes »Unsichtbar? »Race« in Psychoanalyse und Psychotherapie«. In: Psyche - Z Psychoanal 78, 124-151. DOI .
Bei der Redaktion eingegangen am 30.6.2023.
Ich danke Burcu Coskun, Lutz Garrels, Eckehard Pioch und Ralf Scheuern für die anregende Diskussion meines Kommentars.
Abwesenheit wahrer Überzeugungen.2 Er beschreibt als Philosoph das Phänomen als einen kognitiven Prozess, m.E. würde die Idee von Weißem Nichtwissen durch die Dimension des Unbewussten noch mehr Tiefe erhalten (Schulze 2023). Nichtwissen impliziert die Möglichkeit, etwas wissen zu können, aber nicht wissen zu wollen. Nichtwissen in diesem Sinne verstehe ich als unbewusste Angst, schmerzhafte Realitäten wahrnehmen und anerkennen zu können. Weißes Nichtwiss