You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Dieses Buch hatte schon bei der Ankündigung Vorfreude und Spannung bei mir ausgelöst: Michael Schröter, ein versierter Kenner der Materie, der die psychoanalysehistorische Forschung in Deutschland wie kaum ein anderer geprägt hat, legt sein Opus Magnum vor. Schröter, von Haus aus Soziologe, hat sich den Daten und Fakten verschrieben. Sein Metier ist die Quellenforschung, sie ist für ihn der Gradmesser des soliden wissenschaftlichen Arbeitens. Von einem intensiven Quellenstudium zeugt auch sein nun veröffentlichtes Werk (Schröter 2023), es ist das Ergebnis jahrelanger Recherchen. Mit einem Umfang von 856 Seiten ist es ein dickes Buch geworden. Aber ist es auch ein gewichtiges?
In der Einleitung hat der Autor eine Reihe von Geboten formuliert, die für den neuen, den anderen Blick des Buches stehen sollen: Distanz will er wahren, von Wertungen will er Abstand nehmen, ebenso von Deutungen oder vom Versuch, »größere Perspektiven historisch-gesellschaftlicher oder geistesgeschichtlicher Art« (S. 25) zu entwerfen. Sein Ziel ist »ein realistisches, quellengestütztes Bild« (S. 25).