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»Das Gespräch, in dem die psychoanalytische Behandlung besteht, verträgt keinen Zuhörer; es läßt sich nicht demonstrieren«, behauptete Freud (1916-17a, S. 10) vor über einem Jahrhundert und gab damit einen Grundton vor, dessen Echo sich auch gegenwärtig noch in einer gewissen Skepsis von Analytikern vernehmen lässt, wenn es darum geht, sich beim Analysieren zuhören und zuschauen zu lassen (Protz, Taubner & Kächele 2012). Im Kontrast zur Scheu vieler Analytiker vor der Kamera interessieren sich Filmschaffende hingegen ihrerseits sehr für die Figur des Analytikers, und so haben aus Fernsehserien der Gegenwart allseits bekannte Therapeuten entweder ein psychoanalytisches Diplom an der Wand hängen (wie Paul Weston in In Treatment) oder behandeln ihre wohlhabenden New Yorker Patienten selbstverständlich auf der Couch (wie Dr. Wayne in Mad Man).
Bereits vor sieben Jahren gaben Timo Storck und Svenja Taubner (2017) einen anregenden filmpsychoanalytischen Band heraus, in dem u.a. auch die beiden gerade genannten TV-Serien interpretiert werden. Nun wechselten Taubner und Storck gewissermaßen die Seiten und legten eine DVD vor, auf der sie sich als Analytiker vor der Kamera zeigen und so »ein konkretes und realistisches Bild der Analytischen Psychotherapie« (Booklet zur DVD, S. 7) vermitteln möchten. Ein Bild also, das im Gegensatz zu den tendenziell dramatischen TV-Inszenierungen der Psychoanalyse - wie jüngst in der französischen Serie En thérapie - mit einer angenehm unaufgeregten Darstellung analytischer Prozesse wohl auch zu einer Demystifizierung der Psychotherapie auf der Couch beitragen könnte.