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Wie rückt man einen im Dunkeln liegenden Gegenstand in den Blick?
Ganz einfach: Licht darauf richten und von allen Seiten so beleuchten, dass der Gegenstand sichtbar und allmählich seine Gestalt als Ganzes erkennbar wird.
Die Methode, die Wilfred Bion den Hörern seiner 1973 in São Paulo gehaltenen Brazilian Lectures vorschlägt, allerdings ist ein völlig anderes, zu diesem üblichen inverses Verfahren. Statt den Gegenstand mit hellem Licht zu überblenden, sieht Bions Methode genau umgekehrt eine Abdunkelung vor: den Einsatz eines »durchdringenden Dunkelheitsstrahls; eines Gegenstücks zum Suchscheinwerfer«. Dieser »durchdringende Dunkelheitsstrahl« wird auf das Objekt gerichtet und so eine Umgebung maximaler Dunkelheit geschaffen, in der noch das schwächste Licht der Umrisse ausgemacht werden kann, sozusagen die Luminiszenz des Objekts selbst:
»Instead of trying to bring a brilliant, intelligent, knowledgeable light to bear on obscure problems, I suggest we bring to bear a diminution of the ›light‹ - a penetrating beam of darkness: a reciprocal of the searchlight. The peculiarity of this penetrating ray is that it could be directed towards the object of our curiosity, and this object would absorb whatever light already existed, leaving the area of examination exhausted of any light that it possessed. The darkness would be so absolute that it would achieve a luminous, absolute vacuum. So that, if any object existed, however faint,
* Bei der Redaktion eingegangen am 8.11.2023.
Page 430it would show up very clearly. Thus, a very faint light would become visible in maximum conditions of darkness« (Bion 1990, S. 20).1
Die Methode, die Bion hier vorschlägt, sperrt sich einem unmittelbaren Zugang: Es ist eine ausgearbeitete Metapher, die eine Art wissenschaftlicher Phantasie entfaltet. Diese Phantasie leuchtet keineswegs unmittelbar ein, sie ist vielmehr selbst recht dunkel und rätselhaft, der Intuition läuft sie zuwider. Um näher zu verstehen, worum es in dieser wissenschaftlichen Pha