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Wenn der weltbekannte österreichische Neurologe, Psychotherapeut, ehemalige Konzentrationslagerinsasse, Autor unzähliger und vielübersetzter Bücher, Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse und passionierte Bergsteiger Dr. med., Dr. phil., Dr. hc. mult. Viktor Frankl (1905-1997) uns ermutigen will, wird man sehr aufmerksam zuhören und über seine Gedanken und Anregungen reflektieren. Frankl hatte bereits im Jahre 1955 seine Rundfunkvorträge über Seelenheilkunde (Pathologie des Zeitgeistes) gleichsam als eine »Psychohygiene für die Massen« bzw. eine »psychiatrische Aufklärung« (wie man das damals nannte) veröffentlicht, in denen er eine Vielzahl von auch heute noch aktuellen Themen behandelte. Das Thema der Ermutigung - übrigens ein Adler'sches Konzept (vgl. Stumm & Pritz, 2000, S. 172f.) ist auch heute äußerst aktuell. Es ist deshalb verdienstvoll, dass Elisabeth Lukas, eine klinisch erfahrene österreichische Psychotherapeutin und klinische Psychologin sowie ehemalige Leiterin des Süddeutschen Instituts für Logotherapie in Fürstenfeldbruck, vergriffene Texte Frankls in einer bibliophilen Ausgabe luzide und kenntnisreich kommentiert und neu herausgegeben hat.
Was erwartet den Leser? Eine gut lesbare Einführung in die Logotherapie und Existenzanalyse anhand vieler klinischer Falldarstellungen. Die einzelnen Kapitel sind im Allgemeinen folgendermaßen aufgebaut: Nach einer These, einem Thema, folgen kasuistische Belege, dann ein Fazit Frankls und ein Kommentar von Elisabeth Lukas. Die behandelten Themen sind: die Suche des Menschen nach Sinn, die Frage der Freiheit und Entscheidungsfähigkeit, die Mächtigkeit der Vorgeschichte, Wechselwirkung von Leib und Seele, Kritik psychotherapeutischer
Irrwege, die Stimmen des Gewissens, Verantwortung, die Bedeutung von Tapferkeit und Verzicht, die Verwandlung eines Leidens in eine menschliche Leistung, die Problematik von Glücksstreben und Wertkonflikten, die Methode der paradoxen Intention, die Methoden von paradoxer Inte