You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Nach ihrem Buch Die leere Couch wendet sich Gabriele Junkers erneut einem »leidigen Thema« zu, dem kollegialen Miteinander in psychoanalytischen Institutionen. Die Beiträge institutionell erfahrener und international anerkannter Analytiker, die sie für diesen Sammelband gewinnen konnte, sollen eine Diskussionsgrundlage dafür schaffen, um die Psychoanalyse bewahren und weiterentwickeln zu können. Im Folgenden werde ich einige Aspekte dieser Positionen skizzieren, auch wenn diese Auswahl hier begrenzt und subjektiv bleiben muss.
Martin Teising zeichnet die Geschichte der Institutionalisierung der Psychoanalyse nach, die zur Gründung der IPA führte und damit zu dem bis heute andauernden Streit um deren Autorität, der sich an der Frage der Macht der Lehranalytiker entzündete. Die viele Jahre in Anspruch nehmende Entwicklung einer analytischen Identität fördert eine Abhängigkeit von Autoritäten und begünstigt Idealisierungen, die zwangsläufig enttäuscht werden und in Entwertungen kippen können, die sich dann nicht selten aggressiv gegen die Repräsentanten psychoanalytischer Institutionen wenden. Nachdem es die Psychoanalyse darüber hinaus mit der Negativität der Erfahrung zu tun hat, sei es unvermeidlich, dass Institutionalisierungsprozesse starke ambivalente Gefühle hervorrufen. Dennoch sollten wir die Analytiker, die sich dem notwendigen Spagat zwischen psychoanalytischer Haltung und institutionellen Erfordernissen stellen, nicht entwerten, sondern bei ihrer Tätigkeit unterstützen.
Damit eine Gesellschaft effizient arbeiten kann, muss ihr Vorsitzender, wie Serge Frisch feststellt, nicht nur neidvolle Projektionen
ertragen und seine Informationen transparent machen, sondern auch dazu beitragen, dass die Vergangenheit der Institution, die alle prägt, integriert werden kann. Das reicht seines Erachtens jedoch nicht aus, um ein Gegengewicht zu dem sich ausbreitenden Unbehagen und der häufig pessimistischen Zukunftserwartung ihrer Mitglieder zu bilden. Erschwerend komme no