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Der Buch-Essay von Wolfgang Martynkewicz enthält zahlreiche Fehler und Verzerrungen, was die historischen Fakten wie auch die Aussagen meines Buchs betrifft. Aus Platzgründen kann ich nur auf einen Teil davon eingehen.
1. Martynkewicz meint, ich wolle die Geschichte der Psychoanalyse als »Erfolgsgeschichte« schreiben, und dazu passe nicht, dass ich im Jahr 1945 ende (S. 170f.). Tatsächlich reicht der ausführliche »Epilog« meines Buchs bis ca. 1960, als in der BRD eine Blütezeit der Psychoanalyse begann.
2. Martynkewicz wundert sich, dass ich antisemitische Motive der Ablehnung von Freuds Werk erst in der ausgehenden Weimarer Zeit finde und andere Äußerungen vor 1933 über Freuds Judentum nicht als antisemitisch ansehe (S. 172f.). Der erste Punkt wird in meinem Buch klar belegt (MS, S. 561-564). Was den zweiten betrifft, mag es Grenzfälle geben, aber das Gros der Beispiele, die ich anführe (MS, S. 222), beweist, dass über ein etwaiges jüdisches Gepräge der Psychoanalyse
* Der vorliegende Beitrag repliziert auf den Buch-Essay von (2024): Einige Anmerkungen zu Michael Schröters Studie »Auf eigenem Weg. Geschichte der Psychoanalyse in Deutschland bis 1945«. Psyche - Z Psychoanal 78(2), S. 169-195. DOI . Bloße Seitenzahlen im Text beziehen sich auf diesen Essay. Hinweise auf Schröters Buch sind mit dem Kürzel »MS« versehen. Bei der Redaktion eingegangen am 25.3.2024.
damals weithin ohne die feindselige Tendenz, die wir mit dem Begriff »Antisemitismus« verbinden, geredet wurde.
3. Martynkewicz widerspricht dem von mir betonten Muster einer »Selbstisolierung« Freuds und seiner Schule gegenüber dem psychiatrisch-neurologischen Mainstream. Dieses Muster arbeite ich an den Quellen heraus, während Martynkewicz ihm bloße Behauptungen entgegensetzt (S. 173). Seine Aussage: Freud »wurde isoliert« wird z.B. durch dessen aktive Distanzierung von Eugen Bleuler Lügen gestraft; und dass Freuds Publikationen »von der Fachwelt kaum mehr wahrgenomme