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Zäumen wir das Thema von hinten auf und beginnen mit dem Hinweis auf das Nachwort der Verlegerin Kerstin Gleba, die die Diskussionen im Vorfeld der Publikation des Buches in der Öffentlichkeit und auch unter Verlagsmitarbeiterinnen erwähnt (S. 216). Im Diskurs um den Begriff des »Transsexuellen«, um noch nicht von »den« Transsexuellen zu sprechen, scheint es unvermeidlich, sich entweder zu distanzieren oder zu positionieren. Es fallen hier Begriffe wie »Sprechverbot«; grundsätzliche Betrachtungsweisen über Geschlechtsidentität prallen aufeinander; und beiden Seiten wird schnell ein dogmatisch ausschließendes, ja »faschistisches« Herangehen nachgesagt. Fortschrittlichen gesellschaftlichen Debatten, als deren Forum sich der KiWi Verlag laut seiner Verlegerin versteht, in Zeiten von »Shitstorm« via Social Media Raum zu geben, scheint Mut zu erfordern.
»Die einen halten das biologische Geschlecht neben dem sozialen für eine konstitutive Größe, andere begreifen die Kategorien männlich und weiblich als Produkt performativer Sprechakte und stellen die auf der Biologie basierte Zwei-Geschlechtlichkeit in Frage« (S. 217),
so beschreibt die vermeintlich neutrale Stimme der Verlegerin die Positionen. Warum also dieses Buch jetzt? Als Stein des Anstoßes gilt die Ankündigung der deutschen Regierung zur Reform des Transsexuellen-Gesetzes.
Schweizer und Louis stufen das »Selbstbestimmungsgesetz«, mit dem die Regierung plant, Jugendlichen ab 14 Jahren per »einfacher« Erklärung auf dem Standesamt eine sogenannte Personenstandsänderung,
also den amtlichen Wechsel ihres Geschlechts, zu ermöglichen, als »gefährlich« ein.
Die beiden Herausgeberinnen stehen für einen streitbaren Feminismus, und die Erwartung, dass ihr Buch, das sich zwischen »Geschlechterrollen-Irritationen« einerseits und dem »schwerwiegenden, psychischen Konflikt aufgrund der Überzeugung, im falschen Körper zu leben«, medizinisch-psychiatrisch gefasst als »Geschlechterdysphorie«, andererseits bewegt, kaum ohne gewisse