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Montagmorgen in einer psychoanalytischen Praxis. Die erste Patientin, Frau X, eine sympathische junge Frau, kommt aus einem liberalen Künstlermilieu. Nach einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt ist sie mit Ehemann und Kindern in ihre Geburtsstadt zurückgekehrt und sucht nun Hilfe bei der Reintegration ins alte Leben. Doch schnell verschiebt sich der Fokus in den Analysestunden. Sie hatte schon in den Vorgesprächen vorsichtig-ängstlich gefragt, wie sich denn eine psychoanalytische Behandlung auf die Ehe auswirken könnte. Und tatsächlich dauert es nicht allzu lange, bis ebendiese Ehe im Mittelpunkt der analytischen Sitzungen steht. Wie um einen Magneten kreisen ihre Assoziationen um ihren Mann, der sie mehr ent- als verführt habe, mit ihm in sein Heimatland zu kommen, um dort ein gemeinsames neues Leben zu beginnen, jenseits von Neurose und familiären Verstrickungen. Jedes Thema, das in ihrem Leben von Bedeutung ist, ihren Beruf, die Kinder, die Herkunftsfamilie, Religion und anderes, fädelt sie durch das Nadelöhr ihrer Beziehung. Auch die Analysestunden werden mit dem Ehemann nachbesprochen, denn die Patientin kann die Intimität der analytischen Situation nicht vor ihm wahren.
Nach ihr kommt Herr Y. Bei ihm ist von Anfang an klar, dass es in der Analyse um seine Beziehung zu seiner Ehefrau geht, mit der er mehrere Kinder hat. Mit der Zeit hat er sich in Passivität und Resignation eingerichtet und alle größeren Entscheidungen seiner Frau überlassen. Ihre Dominanz, so scheint es, wäre für ihn durchaus erträglich, wenn er ihr wenigstens grundsätzlich vertrauen könnte. Doch er kann sich nicht sicher sein, dass sie ihm treu ist; in der Vergangenheit gab es zweideutige Situationen. In die Behandlung kommt er, weil er nicht mit ihr, aber auch nicht ohne sie leben kann. Seine Ambivalenz in seiner Ehe quält und lähmt ihn, so dass
er auch seine Kinder nicht dabei unterstützen kann, Freude und Lust am Leben zu haben.
Am selben Morgen kommt auch noch Frau Z in die Praxis, die s