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Anfang des Jahres veröffentlichte Brandes & Apsel die deutsche Übersetzung des Bandes Frances Tustin Today, der ursprünglich 2015 bei Routledge erschienen ist – ein Gewinn für die Tustin-Rezeption im deutschsprachigen Raum.
Mit ihrer Art, die Vorgaben von Melanie Klein, Esther Bick und Wilfred R. Bion (bei dem sie eine vierzehnjährige Analyse absolvierte) weiterzudenken und mit großer Sensibilität deren Potential für die Analyse von psychischen Zuständen »auf dem Spektrum« aufzuzeigen, hat die britische Analytikerin einen wegweisenden Beitrag zum Verständnis autistischer Störungen bei Kindern und Erwachsenen geleistet. Wie Klein interessierte sie sich für die Art und Weise, in der ihre Patienten mit Gegenständen und auch mit dem eigenen oder fremden Körper interagieren, und wies auf sensorische Artefakte hin, die dabei entstehen. Tustin nannte sie »autistische Formen und Objekte«. Diese bilden sich an der Berührungsfläche von Hand und Gegenstand, Hand und Gesicht, Zunge und Wange usw. als ein Drittes, das diese Dualität verdeckt – denn sie haben unter anderem den Zweck, das schmerzhafte Bewusstsein der Trennung vom Objekt durch die sinnliche Illusion ständiger Verfügbarkeit zu betäuben (vgl. S. 14). Nach ihr liegt die Ursache vieler psychogener autistischer Entwicklungsstörungen in einer zu früh einsetzenden depressiven Position. Die sinnliche
Einheit von Mund und Brustwarze wird traumatisch zerstört, zu einem Zeitpunkt, an dem dies noch nicht bewältigt werden kann. Die weichen autistischen Formen und harten autistischen Objekte (vgl. Tustin 2005) überspielen diese Trennung, indem sie entweder einen Zustand sensorischer Kontinuität und körperlicher Konfusion suggerieren oder indem sie eine zweite Haut, eine Schale, einen Panzer bilden, hinter dem sich eine Erstarrung verbirgt. Eine solche »Verkapselung« kann sich bis tief in das Erwachsenenalter fortsetzen.
Wie Bion bietet Tustin eine psychoanalytische Ästhetik, die pathologische Mechanismen ebenso verständlich ma