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Über das Phänomen des Antisemitismus ist viel nachgedacht worden. Zumeist waren es Juden, die sich diese Gedanken machten, weil sie als die Opfer des Phänomens nach einer Lösung suchten. Manchmal gaben sie sich der Hoffnung hin, sie auch entdeckt zu haben, und berühmt ist das Beispiel von Theodor Herzl. Die zionistische Bewegung erfand er, weil er meinte, der Antisemitismus würde ein Ende finden, wenn die Juden in ihre Heimat zurückkehrten.
In irgendeine Heimat übrigens. Wenn man Herzl fragte, brauchte sie gar nicht in Palästina zu liegen, denn mit Zion – dem biblischen Jerusalem – hatte sein Zionismus zunächst wenig zu tun. Das nahmen ihm die Juden, die er für seine Bewegung begeistern wollte, freilich übel, und als der Politiker, zu dem er in den letzten sieben Jahren seines Lebens mutiert war, passte er sich an.