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Seit dem antisemitischen Massaker am 7. Oktober 2023 durch die Hamas in Israel ist der Judenhass weltweit so sichtbar wie lang nicht mehr. Die Gewalt und der Wille zur Vernichtung äußern sich gegen Juden als Juden, projiziert auf Israel. Eine Auseinandersetzung, eine Kritik an antisemitischen Ressentiments, ihrer inhärenten Gewalt- und Vernichtungsbereitschaft, wird überlagert durch Legitimierungen, die die Grenzen der sozialen Ächtung des Antisemitismus neu verhandeln. Die individuellen und gesellschaftlichen Vorbehalte gegenüber einer Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus sind enorm. Dieser Artikel erinnert an die Kritische Theorie Theodor W. Adornos und Max Horkheimers, die im antisemitischen Ressentiment die Grenzen der Aufklärung beschrieben haben. Der Jahrtausende lang kultivierte Hass auf »die Juden« speist sich aus Projektionen und Rationalisierungen, die heute an Israel geheftet werden. Die Kontinuität des Antisemitismus verweist darauf, dass der antisemitische Hass und die Gewalt gesellschaftlich immer noch systematisch unterschätzt werden. Ein blinder Fleck kann den kursierenden Rationalisierungen und Legitimierungen entnommen werden, die die Ursache des Antisemitismus bei Juden oder bei Israel selbst suchen.