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Im Jahr 1966 gab Martin Heidegger dem Spiegel ein Interview, das erst nach seinem Tode publiziert werden durfte - was dann im Mai 1976 geschah. Es ging darin in erster Linie um Heideggers Haltung zum Nationalsozialismus. Hinter seinen Selbstrechtfertigungen verschwanden seinerzeit weitgehend höchst aufschlussreiche Äußerungen über das Deutsche als Sprache des Denkens im Allgemeinen und seine eigene philosophische Sprache im Besonderen. Zu Heideggers Verwicklung in den Nationalsozialismus ist im Lauf der Jahre viel geforscht und geschrieben worden. Spätestens seit den Arbeiten von Farías, Kellerer, Ott und anderen ist nicht nur die sogenannte Rektoratsrede vom Mai 1933 wohlbekannt, in der er für Die Selbstbehauptung der deutschen Universität - so deren Titel - drei wesentliche »Bindungen« forderte, die »dem deutschen Wesen gleichursprünglich« seien und aus denen drei Dienste entsprängen, nämlich Arbeitsdienst, Wehrdienst und Wissensdienst (Heidegger 1983, S. 16), sondern auch sein Brief an Victor Schwoerer vom 2. Oktober 1929, den Heidegger davor warnt, »das deutsche Geistesleben der wachsenden Verjudung auszuliefern« (zit. nach Goldschmidt , S. 174; siehe Vetter 2014). Heidegger habe das »Einverständnis mit dem Wesenskern des NS« nie widerrufen, befindet Goldschmidt: »Die Zustimmung ist echt, geht in die Tiefe und wird nie dementiert« (S. 165).