You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der von dem Hamburger Psychoanalytiker Michael Klöpper herausgegebene Band ist im Rahmen einer Arbeitsgruppe psychodynamischer Therapeuten entstanden. Wie der Titel erkennen lässt, orientiert sich das Autorenteam an drei zentralen Begriffen. Emotional bezieht sich auf den Zugang zum weitgehend unbewussten Erleben der Patienten, das im Kontext der therapeutischen Beziehung transparent zu machen ist; aber auch auf den Zugang zum emotionalen Erleben der Therapeuten, insbesondere in der Gegenübertragung, dem als Instrument zur Erkenntnis unbewusster Prozesse besondere Bedeutung beigemessen wird. Reflexiv bezieht sich auf mentale Prozesse der Therapeuten, die still im Innern ablaufen und dann dosiert in den therapeutischen Dialog einfließen; aber auch auf die Patienten, die »ihrerseits im Stillen eine mentale Arbeit« (S. 16) leisten, was noch immer nicht genügend erforscht wird.
Dass die Gestaltung der therapeutischen Beziehung für beide Beteiligte sowohl emotionale als auch reflexive Anteile hat, leuchtet ein, wenn man davon ausgeht, dass beide mit ihrer Subjektivität in den
therapeutischen Prozess involviert sind. Um den »Prozess transformativer Änderungsschritte des Patienten begleiten zu können«, heißt es im abschließenden Resümee, »bedarf es vor allem der Fähigkeit und der Erfahrung des Therapeuten selbst, seiner Subjektivität im eigenen Selbst Raum gegeben zu haben« (S. 352f.). Die Patienten könnten nur dann neue heilsame Beziehungserfahrungen sammeln, wenn die Therapeuten »mit ihnen immer wieder von Moment zu Moment in eine Beziehung […] treten, die es verdient, als intersubjektiv bezeichnet zu werden« (S. 369). Subjektivität und Intersubjektivität werden nicht nur als verheißungsvolle normative Begriffe eingeführt, sondern auch anhand detaillierter Falldarstellungen sehr nachvollziehbar vermittelt.
Der dritte Begriff implizit führt ins Zentrum des vorliegenden Praxisbandes. Den Ausgangspunkt bildet das Konzept des »impliziten Beziehungswissens«, das dazu dient,