You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Beitrag versteht Psychoanalyse als eine Theorie und Praxis des guten Lebens, die die Werkzeuge an die Hand geben könne, das Schicksal umzuschreiben. Dabei gehe es nicht um Selbsturheberschaft oder Selbstschöpfung, sondern um Anerkennung, sogar Bejahung des Schicksals als Ausgangspunkt der eigenen psychischen Wiederbelebung. Vergänglichkeit und Verlust seien wesentliche Merkmale der menschlichen Existenz; die Sehnsucht nach Dauer und Unsterblichkeit dagegen ein kindlicher Wunsch, eine Verleugnung der Realität. Gerade wegen der Allgegenwart und Unvermeidbarkeit von Verlusterfahrungen bestehe die reife Reaktion auf einen Verlust darin, psychische Energien in die Welt zu investieren. Als Möglichkeitsbedingung für ein erfülltes Leben wird die Fähigkeit verstanden, Verluste durchzuarbeiten, um erfolgreich zu trauern und die Welt der Objekte erneut zu besetzen.