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Die Leitidee dieses Buches ist, dass Isolation von anderen Menschen einen negativen und einen positiven Aspekt hat. Die beiden Aspekte werden im englischen Buch mit Hilfe der lexikalischen Opposition »loneliness« und »solitude« abgebildet. Den negativen Aspekt der »loneliness« definieren die Herausgeber als »schmerzliches Gefühl der Entfremdung oder sozialen Trennung von bedeutsamen Anderen« (S. xix), und den positiven Aspekt der »solitude« als »gesuchtes Alleinsein, manchmal sogar geplant und erwünscht, damit man sich der Naturverbundenheit, einer schöpferischen Tätigkeit oder religiöser Ekstase hingeben kann« (ebd.). Auf Deutsch werden beide Begriffe oft als »Einsamkeit« übersetzt. Um die hier in Frage stehende Differenz auch im Deutschen wiedergeben zu können, bietet sich die Unterscheidung zwischen »Einsamkeit« im Sinne der negativ konnotierten »loneliness« und »Alleinsein« für die positiver besetzte »solitude« an.
Beide Herausgeber sind sowohl klinisch arbeitende Psychoanalytiker als auch produktive Wissenschaftler. Michael B. Buchholz, Psychoanalytiker und Sozialpsychologe, ist Professor emeritus der Internationalen Psychoanalytischen Universität (IPU) Berlin und empirischer Therapieforscher. Aleksandar Dimitrijević, Psychoanalytiker und klinischer Psychologe, lehrt ebenfalls an IPU und hat wichtige konzeptuelle und empirische Aufsätze über Psychologie und Kultur verfasst.
Das Anliegen des Buches formulieren die Herausgeber folgendermaßen: Es soll eine umfassende Abhandlung über Einsamkeit und Alleinsein anbieten, die sich auf kulturelle und philosophische Anschauungen stützt, epidemiologische, entwicklungspsychologische, soziale und neurowissenschaftliche Forschungen berücksichtigt und dabei einen klinischen psychoanalytischen Fokus behält. Die Beiträge sind in vier Hauptteile gegliedert, jeweils von einem der Herausgeber hilfreich eingeführt.
Der erste Teil des Buches über »Philosophie und Kultur« beginnt mit einem Kapitel zur »verborgenen Sozialität des ei