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Mit Vollendung dieses Buches ist der europäischen Psychoanalyse ein großer Wurf gelungen. Dieses einzigartige Werk hebt unser Wissen darüber, wie Psychoanalytiker:innen heute arbeiten und was sie sich dabei denken, auf eine neue Stufe.
Vor gut zwanzig Jahren initiierte der Brite David Tuckett ein neuartiges Format der klinischen Diskussion, das Comparative Clinical Methods (CCM) Project. Sein Team entwickelte eine Zwei-Stufen-Methode der Workshop-Diskussion, in der eine international zusammengesetzte und moderierte Gruppe von zehn bis fünfzehn Fachleuten eine psychoanalytische Behandlung untersucht. Nach einem kurzen Überblick über Biografie und Verlauf werden zwei bis drei Stundenprotokolle besprochen. Stufe eins der Diskussion fokussiert auf die Interventionen, Stufe zwei auf die dahinterstehenden Annahmen, letztendlich das individuelle Arbeitsmodell der vorstellenden Person (Zwiebel 2013). Ein interessantes Nebenergebnis ist, dass die Gruppe das persönliche Arbeitsmodell oft differenzierter und klarer herausarbeiten kann als die Vorstellenden selbst, weil diese ihre theoretischen Annahmen in der Regel implizit, nicht explizit verwenden.
Bei internationalen Tagungen in Europa und dann auch in Nord- und Südamerika fanden mehr als 300 dieser etwa zehnstündigen Workshops statt, wurden mehr als 300 psychoanalytische Behandlungen
diskutiert und waren mehr als 1000 Psychoanalytiker:innen aus unterschiedlichsten Ländern und Kulturen beteiligt. Auf diesem Weg sammelte die Studie einen einzigartigen Schatz an klinischem Material und an originellen Konzeptualisierungen. Bei Moderatorentreffen und in Veröffentlichungen wurden die Ergebnisse zusammengetragen und ausgewertet, schließlich in enger Kooperation das vorliegende zusammenfassende Buch erarbeitet.
Es ist gut geschrieben, elegant gedacht und wirkt in zwei Richtungen: Zum einen präsentiert es ein Panorama psychoanalytischer Praxis, wie es bisher unbekannt war. Zum anderen stimuliert es das Nachdenken über die eigene Ar