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Der vorliegende Beitrag beschreibt die psychoanalytische Vorgehensweise der Autorin bei der Diagnose von Geflüchteten im Rahmen ihres Asylgesuchs. Im Mittelpunkt steht das Auftauchen nicht repräsentierter Inhalte und Elendszustände in der intersubjektiven Matrix, die zum gemeinsamen Hervorbringen einer Geschichte eines Traumas führen. Solche intra- und interpersonellen Begegnungen sind durch die größeren sozialen, politischen und kulturellen Kontexte strukturiert, die fördern, begrenzen, gestalten und bestimmen, was gewusst und erzählt werden kann. Die Erkenntnis traumatischer Einschreibungen erfordert eine Einstimmung auf nonverbale affektive Zustände bei der überlebenden wie bei der bezeugenden Person. Sie ist darüber hinaus auf eine aufnahmebereite Gesellschaft angewiesen, die dazu fähig ist, Trauer zu tolerieren, die bei Opfern und Tätern hervorgerufene Entwürdigung und Verworfenheit anzuerkennen und die traurigen moralischen Lektionen Überlebender an sich heranzulassen.