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Eindrucksvoll schildert Auerhahn in ihrem Beitrag »Ich kann nicht vergessen, was du mir nicht sagen konntest« auf sehr persönliche Weise, wie sie als traumatisierte Psychoanalytikerin und Teil einer kriminalisierenden Gesellschaft Übersetzungsarbeit leistet, damit diejenigen, die nicht sprechen können, eine Sprache bekommen. Wie eine Dolmetscherin für die Sprache der Seele gibt sie Traumatisierten im Gerichtssaal eine Stimme. Dabei macht sie nachvollziehbar, dass die Arbeit mit Asylsuchenden unbedingt voraussetzt, die gesellschaftlichen Verhältnisse in gesonderter Weise mit einzubeziehen und sich innerhalb der Gesellschaft, die »verachtet und kriminalisiert« (S. 494), zu positionieren. Das bedeutet auch, die politische Dimension der Arbeit anzuerkennen und die klassisch analytische Haltung der Neutralität zugunsten einer Parteilichkeit anzupassen. Entsprechend wird deutlich, dass wir uns in der Arbeit mit Asylsuchenden in einem komplexen Feld bewegen, das durch spezifische äußere Bedingungen geprägt ist: z.B. häufig von starker Unsicherheit und Instabilität gekennzeichnete Lebensverhältnisse der Asylsuchenden und eine repressive Asylpolitik, die sowohl unmittelbaren Einfluss auf das Leben der Geflüchteten als auch auf die Möglichkeiten der Helfer:innen ausübt. Dies bringt mit sich, dass es eben nicht ausreicht, auf das »historische Unbewusste der Einzelnen zu hören« (S. 496).
Es ist nicht verwunderlich, dass ein Text, der sich so viel um das Unaussprechliche dreht, sich an den Grenzen der menschlichen Existenz
* Eingegangen am 16.1.2025. Angenommen am 27.1.2025.
bewegt und uns mit Leid und Schrecken konfrontiert, uns selbst ein Stück sprachlos gemacht hat. Gleichzeitig fühlten wir uns beim Lesen sehr verbunden. Das Gefühl, einer zu starken »Mannschaft« (S. 456) gegenüberzustehen und daran zu verzweifeln, das kennen wir jedenfalls gut. Wir können die Ohnmacht unserer Klient:innen mitfühlen, wenn sie existenzieller Bedrohung und Belastung hilflos ausgeliefert sind. An