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»Außerdem ist er [der Antisemitismus] etwas ganz anderes als eine Denkweise. Er ist vor allem eine Leidenschaft.«
Jean-Paul Sartre, Überlegungen zur Judenfrage (1994 [1954], S. 10)
»Aufklärung kann ihrer Aufgabe nur dann gerecht werden, wenn sie sich mit Leidenschaft ans Werk macht.«
Jean Améry, Jenseits von Schuld und Sühne (1977 [1966], S. 14)
Im Folgenden werden wir uns – im Sinne Jean Amérys – leidenschaftlich ans Werk machen, das Verhältnis von Antisemitismus und der Tradierung extremen Traumas zu ergründen, das wir bereits seit vielen Jahren zu erforschen bemüht sind. Dabei sind im Herbst des Jahres 2023 Ereignisse in unsere Arbeit an einem Verbundprojekt zu Antisemitismuserfahrungen der Dritten Generation1 eingebrochen, die fortan nicht nur
* Eingegangen am 20.12.2024. Angenommen am 12.2.2025.
An dieser Stelle möchten wir unseren Kolleginnen und Kollegen im Forschungsverbund, allen voran Friedrich Markert, Lena Dierker, Jannis Brandenburg, Julia Prassl, Yvonne Brandl, Sarah Hinckers, ebenso wie Monika Schwarz-Friesel und Markus Weiß, herzlich danken. Für die Durchführung unserer Studie unverzichtbar war die engagierte Unterstützung des Treffpunkts für Überlebende der Shoah, namentlich Esti Petri-Adiel, sowie durch unseren Kooperationspartner, der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland mit dessen Direktor Aron Schuster. Für die finanzielle Unterstützung danken wir dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Hannelore Krempa Stiftung sowie der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Vor allem sei jedoch an dieser Stelle den Teilnehmer:innen der Encountergruppe gedankt, die sich mit ihren tiefgreifenden Gedanken und Gefühlen vertrauensvoll geöffnet haben. Dies gilt gleichermaßen für die großzügige Bereitschaft von Patientinnen und Patienten, die zustimmten, in dieser Publikation zitiert zu werden.
die unmittelbare Forschungstätigkeit selbst beeinträchtigten, sondern alle Beteiligten immer wieder in weit mehr als einem abgründigen Unbehagen in der Ku